Warum, W-A-R-U-M, wollt ihr mir was verbieten?
Ich denke es ist sinnfrei zu argumentieren, ob die ganzen Verbote, über die derzeit diskutiert wird, einen Zweck haben oder nicht. Es ist sinnfrei darüber zu diskutieren, ob es notwendig ist, dass in NYC verboten wird, zuckerhaltige Getränke in XXL-Größen zu verkaufen.
Darum geht es nämlich gar nicht. Was mich fasziniert ist eher, woher manche Menschen überhaupt das Bedürfnis haben, jemand anderem etwas zu verbieten.
Als Junge Liberale warnen wir oft vor dem, was in unserem Vokabular als “Verbotsgesellschaft” bezeichnet wird. Man wird dann schnell einmal belächelt: Welch Alarmismus! Immer diese liberale Freiheitsparanoia! Keine Macht den Drogen!
Bleiben wir aber mal bei den Fakten: auch wenn viele dummen Verbote niemals kommen, ist mir schon übel dass ich überhaupt ständig darüber diskutieren muss. Mir ist übel bei dem Gedanken dass andere Menschen mir überhaupt etwas verbieten wollen.
Ich operiere hier jetzt unter der Hypothese, dass es normalerweise die politische Linke ist, die oft Verbote als Lösungen präsentieren. Auto-bezogene Verbote. Umweltschutz-bezogene Verbote. Verbote für die individuelle Gesundheit. Mal ganz abgesehen von Verboten in der Wirtschaft, von Boni bis Leerverkäufen.
Es scheint als würde mein Hirn auf niedrigen Touren laufen, denn logisch ist mir das ganze immer noch nicht. War es nicht immer die politische Linke, die vor totalitären Systemen warnt, welche jeglichen Aspekt des menschlichen Lebens kontrollieren? War es nicht immer die politische Linke, die dafür steht, dass Menschen alle Chancen haben ihr Leben so zu gestalten, wie sie möchten?
Wäre das kein ernsthaftes Thema würde mich die Ironie ja in schallendes Gelächter ausbrechen lassen. Verbote sind nun aber eine todernste Thematik, die immer öfters als einfache Kollektivlösung präsentiert werden. Der Gipfel der politischen Faulheit. Es sind natürlich nicht nur ideologisch links ausgerichtete Menschen die gerne auf Verbote zurückgreifen. Dieses neuerdings so beliebte Instrument der Politik wird je nach Themengebiet ja von Menschen jeglichen Couleurs befürwortet, von den Gesundheitsfanatikern über die Protektionisten bis hin zu den Konservativen.
Genauso stellte ich die vorherigen Fragen ja bewusst provokant, denn schließlich habe ich ja schon dutzende Antworten bekommen, die mich unbefriedigt zurückgelassen haben.
Ich will nicht wissen ob du beweisen kannst, dass das ungesund ist. Ich will nicht wissen ob du weißt, dass das eine psychologische Wirkung hat. Ich will nicht wissen ob du denkst, dass das moralischer wäre. Ich will nicht wissen ob du meinst, dass es den Menschen dann besser geht.
Ich will nur Folgendes wissen: WARUM willst du mir überhaupt irgendwas verbieten? Was gibt dir die moralische Instanz darüber zu entscheiden, was für jemand anders besser ist? Warum denkst du, dass es sinnvoller ist, einem Menschen die Wahl vorwegzunehmen, als ihm die Chance zu lassen, für sich selbst eine bessere Entscheidung zu treffen? Warum?
Meine letzten Worte sollen nun bewusst herablassend sein, denn das könnt ihr mir nicht verbieten.

(Danke an Hannes Jöbstl und Libertö!)

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