[Anmerkung: Danke an unseren Bundesgeschäftsführer extraordinare Raimund (Memo) Streitenberger, welcher seinen komplett freiwilligen Besuch einer ÖH BV-Sitzung in folgendem Gast-Beitrag für den Blog festgehalten hat.]

Chronik eines Tages in der ÖH-Bundesvertretung – als unschuldiger Beobachter.

Da ich momentan in Edinburgh studiere, bekomme ich nur durch die Erzählungen von Niki, Claudia oder Robert mit was denn so in der ÖH-BV so passiert. Und ja, schon aus diesen Erzählungen hat sich mein Bild bestätigt. Dies nahm aber noch andere Dimensionen an, als ich (tatsächlich aus Lust und Laune) mit nach Graz gefahren bin, um
mir das Geschehen mal live anzusehen.

Aber alles der Reihe nach. Claudia und Robert hatten diesmal keine Zeit um an der BV teilzunehmen, weswegen die JuLis-Delegation aus Elias und Niki aus Wien, sowie Paddy aus Innsbruck bestand. Meine Wenigkeit durfte auch in der Fraktion Platz nehmen, gleich neben Oskar Polak vom RFS – welch ein Vergnügen! Nachdem ausreichend Mandatare eingetroffen sind, konnte die Beschlussfähigkeit festgestellt werden und die Debatte losgehen. Man könnte als Außenstehender annehmen, dass es in der ÖH um die österreichischen Unis geht, um Probleme und Anliegen der Studenten sowie, dass die unterschiedlichen Fraktionen trotz diversen Meinungen an einem Strang ziehen und im Interesse aller Studenten handeln. HAHAHA! Was für ein Trugschluss – „Willkommen in der Realität“ dachte ich mir schon noch kurzer Zeit als Zuhörer der Debatte.


Niki und Elias am Tisch des JuLis-Clubs

Wie läuft das ganze ab? Also, da gibt es die Aktionsgemeinschaft (AG), die es als deren Aufgabe sieht gegen die bösen Linken zu poltern und auch nicht davor zurückschreckt persönlich zu werden. Diskussionskultur: Null. Der Faust (VSSTÖ) hingegen schreibt sich die sozialistische Ideologie auf die Fahnen und meint offensichtlich, dass auch
die ÖH ideologisiert gehört. Und ja, die mögen die Leute von der AG nicht, was sich von selbst versteht, uns aber schon, weil wir so konstruktive Oppositionsarbeit machen. Danke dafür! ;) Dann gibt es noch die grüne GRAS, deren Mandatare eher stumm dasitzen und mit dem VSSTÖ mitstimmen. Man braucht ja schließlich klare Mehrheiten. Ahja, da gibt es noch die sogenannte „Familie FLÖ“, also die Fachschaftslisten. Sie sind die Kontrolleure der ÖH und machen sich besonders durch tierische Zwischenrufe wie „MÄÄÄHHHH“ bemerkbar. Die Mitglieder der Fest, der
Fraktion der Fachhochschulen stimmen mit dem VSSTÖ und die feinen Herren von der theresianischen Militärakademie komplettiert die illustre Runde.

Was waren diesmal zentrale Themen der Debatte?

1) Die ÖH ist gegen die Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung. Ja, die Welt interessiert sich sicherlich dafür und deswegen wurde auch stundenlang diskutiert, bis man zu dieser Conclusio kam. Die schwarze AG hackte auf dem Erbe (Schuldenberg)Bruno Kreisky’s herum, was durch die fundierte ökonomische Argumentation (Schulden machen ist gut) vom VSSTÖ gekontert wurde. Ich dachte wirklich, ich sei im falschen Film….

2) Die ÖH ist gegen den WKR-Ball. Als es zu diesem Thema kam, entflammte abermals eine hitzige Debatte, bei welcher vor allem die grünen Kollegen emotional wurden. So tat so mancher Mandatar seine Meinung kund und Oskar Polack erwiderte die Kommentare mit einer Einladung zum WKR-Ball. Eine tatsächlich lustige Vorstellung. Naja, es kam nach einer einstündigen Debatte zur Abstimmung und man stellte fest, dass man gegen den WKR-Ball ist.

3) S T U D I E N G E B Ü H R E N!!!!!! Ein Uni-Thema! Und noch dazu ein so wichtiges – ich war fast begeistert. Als „so konstruktive Oppositions-Fraktion“ haben wir natürlich auch einen sinnvollen Vorschlag gemacht, in der Hoffnung, dass die Vernunft siegt und ein Kompromiss gefunden werden kann. Wie ja die meisten wissen, treten wir JuLis für ein Modell nachgelagerter Studiengebühren ein, wohingegen die anderen ÖH-Fraktionen strikt dagegen sind. So stellten wir also einen Antrag der zum Inhalt hatte, dass die ÖH grundsätzlich gegen Studiengebühren ist, sollten sie jedoch kommen (wonach es ja momentan aussieht) dann bitte in nachgelagerter Form. So konstruktiv wir sein wollen, so destruktiv sind die anderen. Das Vorsitzteam stellte einen Gegenantrag der festschrieb, dass die ÖH gegen jegliche Form von Studiengebühren ist. Nun liebe Studenten: das ist unsere Verhandlungsposition.

Gegen 22 Uhr war das Spektakel dann endlich vorüber. Vorhang zu, Lichter aus.

Fazit: Ich war wirklich enttäuscht welche Diskussionskultur in diesem Saal herrschte und mit welcher Aggressivität man gegen einander wetterte, ganz abgesehen davon, dass die Qualität der Redebeiträge von vielen Mandataren sehr zu wünschen übrig lies. Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, bin ich sehr froh, dass wir nun in der ÖH vertreten sind und vielleicht doch eine ansprechendere Kultur etablieren können.

Ihr Kinderlein kommet, und ihr habt richtig gelesen: es gibt ein atheistisches Weihnachten. Das atheistische Weihnachten kann ausnahmslos jedoch nur von Verfechtern des freien Marktes gefeiert werden und läuft meistens von Mitte Dezember bis zum Vormittag des 24ten. Manchmal geht es auch nach dem heidnischen Baum-Fest noch weiter. Es nennt sich Kapitalismusfreudenfest oder auch: die Zelebrierung des Konsumzwangs. Die Feierlichkeiten der Kaufsüchtigen. Besser gesagt: X-Mas. Und mit X meine ich viel. Viele Dinge. Dinge, Dinge, Dinge. Die man kaufen kann.

An dieser Stelle muss ich wohl zugeben, dass mir meine Mutter neben dem Streben nach der perfekten Figur und anderen Äußerlichkeiten, sowie den Ambitionen zur Powerfrau die besser als jeder Mann sein kann, auch eine “latente” Kaufsucht vererbt hat.

Oder wie die Mutter im schönsten Vorarlbergerisch oft sagt: “Ma erbt net nur Böda!”

Auf Grund dieser Kaufsucht – oder auch ganz keynsianistisch Extremely Aggregated Demand – trau ich mich zu sagen dass X-Mas möglicherweise mein liebster Feiertag ist. Und wir Atheisten haben viel Auswahl, denn grundsätzlich profitieren wir ja von allen Feiertagen: man hat frei, und das ganz ohne lästige Traditionen oder Familienverpflichtungen.

So diskutierte ich gerade erst mit unserem Parteichef und dem Vorsitzenden der Fraktion der liberalen Christen unter den JuLis: Niki meinte nämlich, dass diese gezwungene Sich-Dinge-schenken nichts mit Weihnachten zu tun hat und lächerlich ist.

Natürlich hat es nichts mit Weihnachten zu tun, es ist viel besser als Weihnachten.

Im Gegensatz zum Wiegenfest des Baby Jesus macht X-Mas nämlich Spass. Man kann Geld ausgeben und anderen Menschen eine Freude machen. Und dabei auch noch eben jenes Geld in die Wirtschaft pumpen und jemand anders einen Weihnachtsbonus bescheren. Alle sind glücklich, Kapitalismus sei Dank! Und das Ganze meine ich auch nicht nur halbernst, sondern teilweise ganz ernst:

Viele Pseudo-Linke und andere Teilzeit-Gutmenschen meinen ja dass X-Mas nur den grauenhaften Konsumzwang der schrecklich-globalisierten Welt wiederspiegelt. Ich stelle hingegen die Hypothese auf, dass dieser Konsum zwar ein Zwang sein mag, aber nur marginal etwas mit Globalisierung zu tun hat. X-Mas zeigt stattdessen die Grundzüge der Menschlichkeit und wie der Kapitalismus eine unterstützende Funktion dabei einnimmt. X-Mas bietet einen Anlass jenen Menschen die einem im Leben wichtig sind, eine Freude zu machen, da die Freude der Liebsten einem auch selbst ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Globalisierung bietet nur die Möglichkeit, dass wenn ein lieber Freund nun halt gerne Amerikanische Comics liest, ich auf Amazon gehen kann und ihm diese auf jenem Weg zu X-Mas schenken kann. Seine Freude wäre schließlich nur halb so groß wenn er die deutsche Übersetzung lesen müsste.

Anyway. Ich beschenke gerne. Andere Menschen und mich selbst. Deshalb hab ich seit heute auch ein neues Paar United Nude Schuhe. Danke ich! Ich liebe Weihnachten.

Dieser Dienstag war größtenteils kein lustiger Tag und doch gab es einen Lichtblick im dunklen Tunnel des Lebens als Master-Studentin: ein Abend im Rabenhof-Theater bei den Science Busters!

Das Thema hätte nicht besser sein können für liberal-wissenschaftliche Unterhaltung: die “Global Warming Party” erklärte einfach und lustig, warum es eigentlich schon Möglichkeiten gibt, Atomenergie weniger schlimm zu machen.

Ich war unterwegs mit @partyheidi, weil sie den Geek-Schmäh einfach auch so schön versteht. Und ja, ein Faible für Geek-Schmäh ist absolut notwendig, damit man die Show auch in ihrer ganzen Großartigkeit genießen kann. Es gibt Neutrino-Witze und Experimente. Verrückte Physiker und unheimlich politisch unkorrekten Humor.

Das Rabenhof-Theater hat ja wirklich einen wunderbaren Charme, ist jedoch ganz offensichtlich nicht für Hochhaus-Menschen wie die Kati gemacht:

Irgendwann wurde wieder klar, dass ich in der Schule öfters mal in Physik aufpassen hätte können. Nicht, dass es nicht genügend Physiker-JuLis gäbe, die mir begeistert das Bose-Einstein-Kondensat erklären wollen. Es gab Versuche, die dann aber kläglich an dem riesigen Fragezeichen über meinem Kopf scheiterten.

Aber auch wenn euer Kopf genauso wie meiner entgegengesetzt magnetisch zu Physik ist, war die Global Warming Party teilweise einfach schlicht und einfach zum Schreien lustig.

Prädikat: unbeschreiblich empfehlenswert.

PS: Die Global Warming Party wird am 05. Jänner 2012 in der ORF Donnerstag Nacht ausgestrahlt. Gleich im Kalender anstreichen!

Ein JuLis Bundeskongress ist, wie so vieles in unserer Partei, ein lustiger Event, hinter dem viel Arbeit in der Vorbereitungszeit steckt, und welcher allen teilnehmenden JuLis äußerst viel Hirnschmalz abverlangt.

Dieses Wochenende hatten wir mit dem V. Bundeskongress am 5. November [ENTER V FOR VENDETTA SCHMÄH HERE!] unseren ersten ‘Jubiläumsbuko’. Nach einer relativ flinken Wiederwahl des alten Bundesvorstands (Niki bleibt der größte Vorsitzende aller Zeiten, Memo bleibt Mann fürs Geld und ich bleibe Mädchen für alles) wurden zusätzlich noch der schöne Linus zum Bundesprogrammatiker und Jet-Setter Stefan zum International Officer gewählt.

Der Bundeskongress in der Grazer Greenbox:

Der alte und neue Bundesvorsitzende verteidigt einen seiner Anträge:

Das Spannende an den BuKos sind aber natürlich die programmatischen Anträge. Beschlossen wurden Folgendes:

- Leitantrag, “Österreich als dezentraler Einheitsstaat mit Einkammernparlament”
- “Flat Tax: Revolution des Steuersystems”
- “Öffentlichkeitsprinzip statt Amtsgeheimnis”
- “Kapitalismus 2.0: Social Business”
- “Integration und Identität: Liberale Thesen für die Integrationspolitik”

Der Leitantrag beinhaltete eine weitgehende Föderalismusreform, durch welche alle Gesetzgebungskompetenzen der Länder hin zum Bund oder den Gemeinden verschoben werden sollen. Die Länder wären somit nur noch Verwaltungseinheiten und der Bundesrat wird in Folge ebenfalls überflüssig.

Um auf den Titel des Blog-Eintrag zu kommen: das hin-und-her-springen zwischen Themengebieten und die detailiertheit mancher Anträge, macht es immer wieder schwierig bei jeder Debatte 100% geistig anwesend sein zu können. Aber genau das macht das Anziehende eines BuKos aus: man kann offen und auf hohem Niveau mit anderen Intellektuellen über Themen debattieren, die sonst nicht ins Studiengebiet, geschweige denn ins täglichen Beschäftigungsfeld fallen. Nach diesem Wochenende weiß ich wieder einmal mehr über Verwaltung, Steuern und Rechtsgebiete, die mir in meinem Studium nur peripher begegnen.

Ein Teil der charmanten Sitzungsleitung mir Rednerlistenführerin Eva und Protokollführer Roli:

Genau das sollte eigentlich das wichtigste Argument für politisches Engagement sein: es bildet.

Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: “Was schaffen wir heute ab?”.

Heute knackt die Weltbevölkerung laut den Vereinten Nationen die 7-Milliarden-Grenze. Und es ist kein Grund zu feiern: so wie wir heute Leben, werden große Teile dieser 7 Millarden Menschen verhungern.

Man muss jedoch nicht sofort Panik bekommen, dass wir alle morgen nichts mehr zu essen haben werden, denn es gibt eine scheinbar einfache Lösung: vegetarisch leben.

Womöglich muss ich hier einen Disclaimer setzen: das ist KEIN vegetarisches Propaganda-Posting sondern die ungemütliche, blanke Wahrheit.

Sogar die Presse begab sich am Samstag auf das ungewohnt Terrain und zitierte aus “Feeding 8 Billion People well” von Forscher Lester Brown wie folgt:

“Lester Brown vom Earth Policy Institute hat errechnet, dass schon heute die Welternte für zehn Milliarden Menschen reichen würde – allerdings nur, würden alle Erdenbürger auf vegetarische Kost umsteigen. Bei einer Diät von Hamburgern, Steaks und Eiern würden laut Brown nur 2,5 Milliarden Menschen satt.”

Lustigerweise durfte ich erst gerade im August dieses besagte Buchkapitel für das CSR-Seminar, dass ich in Helsinki und St. Petersburg besuchte, lesen. Es handelt sich um Kapitel 9 aus dem Buch “Mobilizing to Save Civilization” (was man auch auf der Seite des Instituts schnell runterladen kann) und darin wird unschön beschrieben, dass uns keine Effizienzsteigerung alleine sondern nur eine Änderung des globalen Lebensstils wirklich retten kann.
Brown erklärt lang und breit, dass es verschiedene Methoden gibt, Wasser effizienter einzusetzen und mit weniger Land und Ressourcen Protein “herzustellen” (damit ist natürlich das Füttern, Aufziehen und Schlachten von Tieren gemeint).

Und doch muss er nach all den Fakten, Daten und Erklärungen zusammenfassen: die westliche Welt verbraucht am meisten Land, da sie die höchste Menge Getreide konsumiert. Jedoch nicht durch direkten Konsum von Brot oder Haferflocken, sondern indirekt durch das Füttern von Schlachttieren. Je weniger Protein über Fleisch konsumiert wird, desto geringer ist der Getreideverbauch.

“Using round numbers, at the U.S. level of 800 kilograms of grain per person annually for food and feed, the 2-billion-ton annual world harvest would support 2.5 billion people. At the Italian level of of consumption close to 400 kg, the current harvest would support 5 billion people. At the 200 kilograms of grain consumed by the average Indian, it would support 10 billion.

Dabei werden von 800 kg in den USA nur 100 kg direkt in Form von Brot oder Pasta konsumiert, während es in Indien fast die gesamten 200kg sind, was damit zusammenhängt, dass in manchen Gegenden Indiens über die Hälfe der Bevölkerung komplett vegetarisch lebt, und von jenen die Fleisch essen, dies nur 30% regelmäßig tun.

Nun, wie Jonathan Safran Foer (Author des Buchs “Tiere Essen”) schon gemeint hat: es ist unrealistisch, eine Mehrheit der Weltbevölkerung von Vegetarismus zu überzeugen. Es ist jedoch schon realistisch, eine Mehrheit dazu zu bringen, weniger Fleisch zu essen. Denn das wird notwendig sein, wenn man nicht möchte, dass der Großteil jener, die in Entwicklungsländern ohne hochindustrialisierte Landwirtschaft leben, verhungern.

Brown unterstreicht noch einen anderen wichtigen Aspekt der Ernährung, der genauso mit der “Rettung der Welt” zusammenhängt: Umweltschutz:

[...]for Americans the energy used to provide the typical diet and that used for personal transportation are roughly the same. [...] A plant-based diet requires roughly one fourth as much energy as a diet rich in red meat.

Leider ist auch der Massenanbau von Soja-Bohnen (die ja grundsätzlich nicht für meine Sojamilch sondern zum Füttern von Kühen, die ich nicht esse, verwendet wird) Schuld an der Misere.

Und es wird immer schlimmer: sollte sich nicht schnell etwas in der Energie-Politik oder der Lebensweise ändern, mal Brown ein unangenehmes Bild der Zukunft:

“If ministries of energy cannot cut carbon emissions [...] the world will face crop-shrinking heat-waves that can massively and unpredictably reduce harvests. [....] the loss of Glaciers in the Himalayas and the Tibetan Plateau will shrink wheat and rice harvests in India and China.

Letztendlich gibt es nur eine Lösung: es muss sowohl weltweit die Effizienz der Landwirtschaft (durch Reduktion der benötigten Fläche und des Wasserverbrauchs), als auch die Nachfrage verringert werden. Die Möglichkeit, das Angebot zu erhöhen gibt es schon lange nicht mehr.

“Since hunger is almost always the result of poverty, eradicating hunger depends on eradicating poverty. And where populations are outrunning their land and water resources, this depends on stabilizing population.”

Ich will euch zu gar nichts bekehren, weder Vegetarismus noch Veganismus. Und trotzdem muss ich jedem Leser ans Herz legen, sich mit der eigenen Ernährung auseinanderzusetzen und den Besuch im Supermarkt vielleicht in Zukunft ein wenig bewusster zu gestalten. Zu leugnen, dass das persönliche Handeln in diesem Fall eine enormen Einfluss hat, ist gefährlich.

Was ich im Blog-Eintrag zu unserem JuLis-Ausflug nach Brüssel “verschwiegen” habe, war dass wir Freitag Nachmittags noch einen anderen Programmpunkt in der Hauptstadt hatten: Alex Alvaro, FDP-Abgeordneter im EU-Parlament, hatte sich 30 Minuten Zeit genommen für eine kurze Q&A-Runde mit uns.

Alex Alvaro ist kein durchschnittlicher FDP-MEP: er ist eigentlich sogar noch Mitglied der deutschen JuLis und beschäftigt sich vor allem mit jener Thematik, von welcher die FDP in letzter Zeit (malheuresement) abgewichen ist: Bürgerrechte.
So war er Berichterstatter im Parlament zur SWIFT-Debatte und twittert auch regelmäßig über die relevanten Abstimmung als @alexalvaro.

Im Gespräch wurde klar, dass vor allem das SWIFT-Abkommen ein großes Problem der EU darstellt: die fehlende Verhandlungsmacht. So stellt es wohl einen Vorteil dar, dass der Datenaustausch EU-rechtlich geregelt wurde, und trotzdem stimmten viele Liberale MEPs nur mit großen Bauchschmerzen dafür, da sie es meist grundsätzlich für falsch hielten, und auch sonst keinen Benefit für die Europäische Gemeinschaft sahen.

Dieser kurze Absatz aus dem SWIFT Wikipedia-Eintrag wird schnell offensichtlich machen, weshalb man das Abkommen als Bürgerrechtler nicht unterstützen kann:

Gespeichert werden unter anderem die Namen von Absender und Empfänger einer Überweisung und die Adresse. Diese können bis zu fünf Jahren gespeichert werden, Betroffene werden nicht informiert. Innereuropäische Überweisungen sollten von dem Abkommen nicht erfasst werden, innereuropäische Bargeldanweisungen hingegen schon. Im Februar 2011 wurde bekannt, dass die USA auch Zugriff auf innereuropäische Überweisungen haben, die über das Swiftnet Fin abgewickelt werden. Nur Überweisungen, die über SEPA abgewickelt werden, sind geschützt. Widersprüchlich sind Aussagen, ob die Bankdaten an Drittstaaten weitergegeben werden dürfen. Das großflächige Abgreifen von Daten ist von dem Abkommen nicht gedeckt.

Die USA argumentiert ja, dass es schon einen Benfit für die EU gäbe, und zwar dass man die Gemeinschaft darauf hinweist, wenn sie anhand der Daten eine terroristische Gefahr für Europa erkennen. Wie wir bereits Freitag mit Herrn Alvaro besprochen haben, sollte das ja grundsätzlich schon durch die Zusammenarbeit der Nachrichtenservices oder der generellen Prinzipien internationaler Solidarität garantiert sein. Oder halt nicht, und die Vereinigten Staaten wollen etwas dafür, dass sie einem möglicherweise danach etwas zurückgeben. Verwirrt much?

Es gibt ja noch unzählige andere Bürgerrechtsthemen, welche die gesamte EU betreffen wie zum Beispiel PNR (Passenger Name Records oder auch: Fluggastvorratsdatenspeicherung), wozu es auch die passende, unterstützenswerte Initiative NoPNR! gibt.

Aber auch ansonsten repräsentiert Alvaro wohl jenen Teil der FDP, den wir vermissen und immer gerne nach Österreich importiert hätten: kritisch, grausam ehrlich und über alles, Europa-verliebt. Der kürzliche Umschwung so mancher FDP-Landesorganisation hat ihm (ganz zu Recht) so gar nicht gepasst: “Euroskepsis ist nicht FDP-Politik!”.

Um nun aber wieder zu den Bürgerrechten zurückzukommen, ist es mehr als nur offensichtlich, dass in Österreich ein großes Defizit besteht und die Gefahr, dass Rechte weiter eingeschränkt werden, Tag für Tag nur bedrohlicher wird. So wie zum Beispiel beim beschlossenen, dann wieder geänderten, Terrorismuspräventionsgesetz. Dass es dabei nur noch um die Einschränkung der Meinungsfreiheit geht und das Gesetz absolut nichts dazu beitragen wird, Terrorismus in Österreich zu “präventieren”, scheint viel zu wenig Leute aufschrecken zu lassen.

Alleine schon das heutige Interview mit Minsterin Mikl-Leitner sollte jedem wachsamen Bürger einen Schauer über den Rücken schicken:

Die Presse: Bernd Christian Funk, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Online-Durchsuchung, meint, dass das Eindringen in Computersysteme bisher nicht gedeckt sei und es daher einer gesetzlichen Regelung bedarf. Wäre eine Regelung nicht besser?
Mikl-Leitner: Meine Aufgabe als Sicherheitsministerin ist es, dafür Sorge zu tragen, dass unsere Sicherheitsbehörden jene Instrumentarien zur Hand haben, die sie brauchen. Im internationalen Vergleich sehen wir, dass wir uns auf einem äußerst niedrigen Niveau befinden. Man braucht sich nur den Fall Brejvik in Norwegen ansehen, wir wären nicht in der Lage gewesen, irgendwelchen Informationen nachzugehen, weil wir die Befugnis dazu nicht haben. Deshalb ist auch das Anti-Terror-Paket so wichtig.

Der Terror-Staat lässt grüßen: nun argumentieren wir schon damit, dass man mit der Überwachung der Bürger ja möglicherweise vielleicht schon irgendwie mal in Zukunft etwas verhindern kann. Wenn nicht, hat die Frau Ministerin halt ihr Bestes getan und weiß wahrscheinlich auch, was ich an Tag X gefrühstückt habe.

Gute Nacht, Freiheit!

Feeenstaub liegt in der Luft: wenn die Wartehalle vor dem Saal F voll ist und doch ruhig, und das Publikum bunt gemischtert nicht sein könnte, ist klar wer wieder zu Gast ist.

Tori Amos. Göttin des Klavier-Pop. Beekeeper und Feeenkönigin, deren Engelsstimme auch schon mal Luzifer heraufbeschwört. Sie nennt ihre Fans “Ears with Feet” und würdigt damit eine Fan-Verehrung, die es in keinem anderen “Fandom” so gibt. Man kennt jeden Song und jede “Bee-Side”, war auf x Konzerten und besitzt auch die “Tori Amos live in Moscow Special Edition” Lomography Kamera. Tori ist eine Lebenseinstellung, mit der man sich voll und ganz auf Musik einlässt.

Meine Begleitung Dienstag Abends: BFF Miriam, ebenfalls Musikfanatikerin. Ihre Schwäche: Progressive Hard Rock, genauer gesagt Peter Hammill und dessen Band Van der Graaf Generator. Auch wenn Tori in Mainstream-Mengen CDs absetzt, fühlt man sich trotzdem in dem Gefühl verbunden, etwas ganz anderes zu mögen, als andere es normalerweise tun. Und in dem Gefühl, dass man weiß, wie wichtig ein gutes Bootleg sein kann. Oder warum die Sammlung ohne Vinyl und Singles nicht komplett ist.

Dies war keine ‘normale’ Tori-Tour. Auch wenn eine normale schon mal ‘außerirdisch’ sein kann, war dies ein Erlebnis der anderen Art: Toris aktuelles Album Night of Hunters wurde bei der Deutschen Grammophon veröffentlicht, ist mehr Klassik als Pop und durch die Konzeption als so-gennanter Liederzyklus vor allem als großes Ganzes zu genießen.
Aber eben genau weil sie dem Synthie-Rock des letzten Albums abgeschworen und zum Klavier zurückgefunden hatte, ließ sie diesmal auch Drummer und Bassist zu Hause und kam mit einem Streicher-Quartett. Genauer gesagt dem Apollon Musagète Quartett, dessen Mitglieder alle in Wien ausgebildet wurden und nun zusammen mit Toris Bösendorfer-Flügel ein “Homecoming” der besonderen Art hatten.

Sobald man sie bei ihrem Piano, neben ihrer neuen “Band” und unter einem kleinen, schlichten Luster sah wurde schnell klar: dies ist kein gewöhnlicher Gig, das wird der Tori-Abend meines Lebens.

Sie spielte nicht nur ein paar Lieder des neuen Albums mit den Streichern sondern arrangierte mehrere Klassiker komplett neu und ließ sie dadurch zu ganz anderen, atemberaubenden Stücken werden.

Die Traum-Setlist von Dienstag Abend, mit den Alben von denen die stammen in Klammern, folgt sogleich:

1. Shattering Sea (Night of Hunters)
2. Seaside (B-Side) [Solo]
3. Suede (To Venus and Back)
4. Mr. Zebra (Boys for Pele) [Solo]
5. Nautical Twilight (Night of Hunters)
6. Girl Disappearing (American Doll Posse)
7. Yes, Anastasia (Under the Pink) [Solo]
8. Doughnut Song (Boys for Pele) [Solo]
9. Merman (B-Side) [Solo]
10. Maybe California (Abnormally Attracted to Sin)
11. Siren (B-Side)
12. Star Whisperer (Night of Hunters)
13. Daniel (Elton John Cover) [Solo]
14. I Can’t See New York (Scarlet’s Walk) [Solo]
15. Way Down (Boys for Pele) [Solo]
16. Spark (From the Choirgirl Hotel)
17. Winter (Little Earthquakes)
18. Fearlessness (Night of Hunters)
19. Cruel (From the Choirgirl Hotel)
20. A Multitude of Shades [Eine Original Instrumental-Komposition des Quartetts, grandios!]
21. Baker Baker (Under the Pink) [Solo]
22. Smells Like Teen Spirit (Nirvana Cover) [Solo]
23. Carry (Night of Hunters)
24. Big Wheel (American Doll Posse)

Unglaublich: Tori macht seit 20 Jahren Musik und hat 10 Studio-Alben mit sowie 62 B-Sides herausgebracht. Sie spielt bei jedem Konzert eine komplett andere Setlist. Und doch schaffte sie es Dienstag Abend etwas atemberaubend Neues vorzutragen, was man so nirgends anders hören können wird. Sie ist und bleibt eine der besten Live-Künstlerinnen aller Zeiten.

Und so glücklich ist man wenn das Licht wieder angeht:

Danke Tori. Bitte hör nie auf Musik zu machen.

Das Semester hat nun offiziell begonnen. Nein, nicht die Uni: wir sind ja alle keine ernsthaften Studenten, eh? Sondern: die ÖH Saison! Lezten Freitag fand die erste Sitzung der Bundesvertretung in einem Nebengebäude der Uni für Angewandte Kunst statt und es war grandios!

Man möge mir Sarkasmus vorwerfen, aber ohne Schmäh, es hat mir wirklich gefallen. Nicht, weil ich mit den Anträgen zufrieden war, die letztendlich durchgegangen sind. Nicht, weil mich die Arbeitsweise nicht zeitweise komplett wahnsinnig gemacht hat. Es war schlichtweg und einfach lustig und interessant.

Durchaus beschreibend für das Stimmverhalten der JuLis-Fraktion, die aus drei Mandataren (Niki, Robert und ich: für mehr Informationen möge man in ihren Charakterbeschreibungen nachschauen) besteht, und – ganz die Liberalen – natürlich keinen Clubzwang hat, war dieses Zitat:

Robert: “Wir sind kein Fähnchen im Wind, wir sind ein Windrad!”

Fraktionsneutrale ÖH-Demos
Einer der ersten Anträge der behandelte wurde, war eigentlich gegen die Vsstö/Gras-Fraktionen gerichtet, aber vielleicht nicht sofort als solcher erkennbar. Der Inhalt lautete, dass in Zukunft alle Teilnehmer an ÖH-Veranstaltungen aufgefordert werden sollen, “unfraktioniert” (d.h. ohne T-Shirts, Plakate, o.Ä. mit dem Fraktionslogo darauf) zu erscheinen. Auch wenn ich dagegen gestimmt habe (immerhin will ich niemandem vorschreiben wie er sich nicht anzuziehen hat, siehe Meinungsfreiheit), konnte ich Roberts Argument für den Antrag genauso verstehen: wäre es nicht sinnvoller eine gemeinsame Front darzustellen, ohne jegliche Untergruppierung, die ja nur wieder darstellt dass die ÖH niemanden komplett hinter sich vereinen kann? Touché Robert, touché….

Der Westbahn-Antrag
Der Antrag hatte gar nichts mit der darauffolgenden Diskussion zu tun, letztere könnte aber auch für einen ÖH-desinteressierten Leser verwunderlich und lustig zugleich sein: es ging darum, dass die ÖH die Förderungen für Bahnfahrten nur dann genehmigen soll, wenn mit der ÖBB statt der bösen, privatkapitalistischen Westbahn gefahren wird. Nevermind dass das ansich schon doof ist, wurde nun (ohne Schmäh, und das muss ich wohl immer dazusagen) darüber diskutiert, ob die ÖH nicht generell fordern sollte, dass das Österreichische Bahnsystem nicht gefälligst komplett staatlich zu bleiben hat. Quasi: Die ÖH soll wollen, dass die Westbahn so schnell wie möglich verstaatlicht wird, bevor sie mal richtig angefangen hat.
Diesem Wahnsinn ist nichts hinzuzufügen.

Der Extremismusdatenbank-Antrag
Nun wirds spannend: Sigi Maurer und andere Angehörige der letzten ÖH-Exekutive sind nun ja bekanntlich in einer Extremismusdatenbank gelistet, da sie sich im Parlament nicht an die Hausregeln hielten und “Unruhe stifteten”. Die ÖH sollte nun beschließen, dass sie dieses Vorgehen des Österreichischen Staates strengstens verurteilt.
Man würde meinen, das wäre keine große Sache und alle Mandatare sehen das gleich. Immerhin hat fehlender Anstand nichts mit Extremismus zu tun.
Oh nein, die ÖH-BV ist immer für Überraschungen bereit, diesmal kommend aus der Ecke der AktionsGemeinschaft: diese enthielten sich quasi unisono von der Abstimmung und hielten in mehreren Redebeiträgen fest, dass man wenn man sich “nicht an die Regeln hält”, auch “mit den Konsequenzen leben muss”.
Ich wiederhole mich, aber: nein, kein Schmäh.
Niki wurde schnell zum entsetzten Menschenrechtler und verteidigte das Recht von Sigi und Co. gefälligst angemessen mit einer Verwaltungsstrafe belangt zu werden. Für eine solche Lappalie ist es nicht gerechtfertig, in einer Extremismusdatanbank geführt zu werden, so dass die Polizei einen jederzeit untersuchen/abhören/wasauchimmer kann.
Der Hausverstand siegte, und die ÖH-BV stimmte zu, Sigi&Co zu unterstützen.

Sollte es jemand bis hierher geschafft haben: gratuliere, du interessierst dich für die ÖH! Es gibt leider kein Heilmittel.

Das große Finale: Abschaffung der Privatuniversitäten
Ganz zum Schluss wurde dann ein Vsstö-Antrag behandelt, der folgende widersprüchliche Dinge forderte:
1. Dass die Privatunis wieder in die ÖH-BV geholt werden.
2. Dass man dies bei der Politik durchsetzt.
3. Dass man alle Privatunis abschafft.
Auch wenn man nun unkonzentriert über diese drei Sätze geschweift ist, wird einem auffallen, dass zwischen Forderung eins und drei ein 10 Meter tiefes Logik-Loch klafft.
Es besteht keine Frage, dass der letzte Punkt gründlichst durchdiskutiert wurde und die Entscheidung äußerst knapp ausfiel. Die Seite der Marktwirtschaft verlor leider gegen die Planwirtschaft um 2 Stimmen, und die ÖH will jetzt wirklich alle Privatunis abschaffen.

Was die JuLis-Fraktion in jenen 10 Stunden Sitzung (14 Uhr bis 24 Uhr) gelernt hat

1. Ab 21 Uhr gibts Lagerkoller und alle fangen an Pizza zu bestellen. TO-DO fürs nächste Mal: Nachschauen, wo wir am besten Essen bestellen werden.
2. Nicht alle sind Sozis. Manche sind sogar Kommunisten. Aber andere sind auch ganz auf unserer Seite. TO-DO: dafür sorgen, dass wir wieder neben den tollen freien Mandataren sitzen dürfen
3. Es ist irrelevant, was die ÖH beschließt. Sie mag nun für die Abschaffung der Privatunis sein, ihre mangelnde Durchsetzungskraft, Konsensfähigkeit und das fehlende politische Gewicht führen aber dazu, dass solche irrationalen Dinge so oder so von den Medien ignoriert werden.
TO-DO: nächstes Mal die Abschaffung der Republik Österreich fordern. Vielleicht kommt man damit zumindest in die Zeitung.

Cheers!

Wenn wir JuLis bis zur diesjährigen ÖH-Wahl für irgendwas bekannt waren, dann wohl dafür, dass wir in einer bedingungslosen Liebesbeziehung mit der Idee der Europäischen Integration stehen.
Letztes Wochenende war es dann endlich soweit: die Jungen Liberalen machten sich zahlreich auf den Weg in die Hauptstadt unserer Herzen, Brüssel. Eingeladen waren wir von MEP Martin Ehrenhauser, seines Zeichens früher auch mal Mandatar in der ÖH-Bundesvertretung für das LSF (Liberales Studentinnen Forum), genauso wie sein Büroleiter Florian Schweitzer.
Den erste Programmtag bei der Kommission am Donnerstag verpasste ich leider auf Grund der Uni, und konnte somit Donnerstag Abends an Hand der Gesichtsausdrücke mancher JuLis erraten, wie begeistert sie waren: geistig und auch sonst müde, intellektuell herausgefordert, und bereits voll und ganz im europäischen Geiste aufgegangen.

Der Freitag begann mit Security Checks im Parlament und der Eröffnung der Parlamentariums, dem nigelnagel neuen Besucherzentrum am Gelände. Ein paar JuLis ließen sich mit Jerzy Buzek ablichten, andere wurden fürs ZDF interviewt.

Florian Schweitzer geleitete uns durch die Windungen des Parlaments, durch den 5 1/2ten Stock (nein, kein Scherz), bis zum geheimen Hintereingang des Plenarsaals, wo uns Martin Ehrenhauser die Gepflogenheiten der Brüsseler Sitzungen erklärte, und ein wenig über die Korruptionsprobleme erzählte, mit denen er sich tagtäglich beschäftigt.

Ganz die Jetsetter-Partei hielten Niki, Memo und ich unsere “Bundesvorstandssitzung” Nachmittags in der Sonne ab. Dies wurde gefolgt von einer weiteren alkoholischen Runde in der Sonne, diesmal mit Florian und Martin: irgendwann ist man halt per Du.

Wie man am obrigen Foto, zumindest von hinten, erkennen kann, hatte Martin den Politikwissenschaftler extraordinaire, Hubert Sickinger, mit sich gebracht, nachdem er ihn bei einer ALTER (The Alliance for Lobbying Transparency and Ethics Regulation) Veranstaltung um die Ecke aufgegabelt hatte. Die paar JuLis die im gegenübersitzen durften, lauschten gespannt. Vor allem Parteiphilosoph und Universalgenie Lukas war, wie man hätte erwarten können, schwer begeistert. Martin Ehrenhauser merkte ihm gegenüber auch etwas in die Richtung an, dass es schon ok sei, Geisteswissenschaftler bei den Liberalen zu sein.

Anyhow, wo waren wir?

Der Abend/Die Nacht ging natürlich in irgendeiner Brüsseler Lokalität zu Ende, die Auswirkungen daraus ließen sich an der “Frühstückszeit” so mancher JuLis (14 Uhr und Ähnliches) ableiten.

Der Samstag wurde mit Sightseeing verbracht, wobei man vor allem etwas hervorheben muss: das Comicmuseum!

Lukas, der ja nicht nur Universalgenie, Parteiphilosoph, Literaturkenner und Weinliebhaber ist, mag Comics. Nach einem Spaziergang durch die Geschichte der franko-belgischen Bandes Dessinées, war er sich jedoch nur noch sicherer, dass er nur die “echten Comics” mag. Soll heißen, die Amerikanischen. Mangas natürlich auch nicht.

Ich spazierte dann wieder Richtung Hostel und stolperte, wie doch so oft, über eine Demo.
Wie es der Zufall so wollte war gerade “Occupy Brussels”, der Versuch die Occupy Wallstreet Bewegung nach Europa zu verfrachten, am laufen. Die Teilnehmer waren doch recht zahlreich, nur hätte ich an den Schildern alleine nicht wirklich herausfinden können, was denn der generelle Zweck des Protests war. Da gabs: SOZIALISMUS FÜR ALLE! Dann: ZAHLT EURE SCHULDEN SELBST! oder auch: LASST DAS VOLK ENTSCHEIDEN! Jössas, Leute, kann hier mal jemand einen Marketing-Kurs machen und euch etwas über Branding erzählen? Ein einzelnes Thema wäre wohl besser gewesen.

Ein paar Stunden später sah der Eingang einer Dexia Bank dann so aus:

Sonntags war Rückreisetag, und die vielen JuLis mussten entweder mit oder ohne Schlaf Richtung Flughafen finden um wieder in ihre Europa-feindliche Heimat zurückzukehren. Oje…

Bruxelles, du wirst uns wiedersehen, wir stehen ein wenig auf dich.

Für die neuen Leser und Leserinnen meines Blogs, die über das Interview im DURST-Magazin hergefunden haben: hellooooo! Wer sich gerne mal umsehen möchte, dem soll folgende Liste meiner Lieblingseinträge als Einleitung helfen: Ich höre nur INDIE, Die Welt wird gelb, Laufen für die Freiheit…und Essen!, A Neverending Running Playlist, Individualfeminismus, Blasphemie zum Frühstück

Und nun ein klein wenig zu Steve Jobs:

Als ich 15 war, und meist mit schlimmst gebrochenem Herzen, hatte ich einen iPod der zweiten Generation und konnte damit Coldplay hören, um mich besser zu fühlen. Als ich 18 war, fühlte ich mich besonders toll, da mir meine Mutter ein iPhone aus den USA mitgebracht hatte, das ich dann nach einem Jailbreak unheimlich glücklich im rückschrittlichen, damals noch iPhone-losen Österreich herzeigen konnte. Und oja, ich schreibe diesen Blog-Eintrag auf meinem MacBook.

Auch wenn ich dem iPhone mittlerweile abgeschworen habe, werde ich diesen ersten iPod mit seiner wunderbaren “Fumbling Towards Ecstasy”-Gravur nie vergessen. Thank you for the music, Steve.

Aber eigentlich macht es niemand besser als Stephen Colbert: